logo
logo
Home Neuigkeiten Artikel und Tests Kein Aprilscherz: Windows XP läuft auf Intel-Macs – mit Apples »Boot Camp«
Kein Aprilscherz: Windows XP läuft auf Intel-Macs – mit Apples »Boot Camp«

 Wir haben es zuerst für einen verspäteten Aprilscherz gehalten: Apple stellt heute mit »Boot Camp« eine Software zur Verfügung, die die Installation von Windows XP auf einem Intel-basierten Mac zu einem Kinderspiel macht. Es handelt sich um eine Public Beta-Version einer Technologie, die integraler Bestandteil der nächsten Mac OS X-Version, Leopard, sein wird.

Diese Kehrtwende überraschte uns ein wenig, nachdem Apple offiziell bisher Kund getan hatte, dass man Anwender bei der Installation von Windows XP auf Intel-basierten Macs weder hindern noch unterstützen wolle. Nach dem erfolgreichen Wettbewerb von Colin Nederkorn und den Bemühungen der Firma Parallels hinsichtlich der Virtualisierungssoftware Parallels Workstation für Mac OS X sah sich Apple scheinbar veranlasst, jetzt mit einer Public Beta aktiv zu werden.

Neben einem Intel-basierten Mac mit Mac OS X 10.4.6 und der aktuellen Firmware (!) benötigt der geneigte Mac-Anwender lediglich
  • eine Installations-CD-ROM der Windows XP Home Edition oder Professional, Service Pack 2,
  • eine leere CD-R,
  • einen Drucker zum Ausdruck der Installationsanweisungen (empfehlenswert, da es sich ja um Windows handelt),
  • und 10 GB freien Festplattenspeicher.
Auf dann, frisch ans Werk: Wir haben den »Boot Camp Assistant Installer« in Windeseile herunter geladen und unseren iMac mit der aktuellen Firmware versehen. Nach kurzer Lektüre der ausgedruckten Installationsanweisungen und dynamischer Erstellung einer Windows-Partition sind wir schon bei der Installation von Windows XP Professional angelangt. Diese jedoch dauert – verglichen mit der Installation unseres liebsten Betriebssystems Mac OS X – sehr lange: Wir warten 45 Minuten.

Danach werden wir mit Windows-Fanfare und Windows-Logo begrüßt – für einen Mac-Anwender sehr befremdlich. Nach verschiedenen Meldungen, dass wir doch die Windows XP Tour ansehen sollten und dass unser Computer unsicher sei folgt die Installation der von Apple bereitgestellten »Mac Driver«. Nun funktionieren auch die Auswurftaste unserer Tastatur und es gibt Treiber für die ATI X1600 Grafikkarte etc. Was nicht unter Windows läuft: Apple Remote, Apples Bluetooth-Tastatur und -Maus, Apple USB-Modem, weder Sudden Motion Sensor noch Umgebungslichtsensor im MacBook Pro sowie die integrierte iSight.

Ansonsten funktioniert Windows XP auf einem Intel-Mac wie erwartet. Für einen sicheren Betrieb müssten wir nun eine Virenschutzsoftware installieren. Ausserdem sieht hier alles so anders aus, es gibt kein Dock, kein Exposé, kein X11, kein Bonjour …

Wir halten es für eine gute Entscheidung, dass Apple eine offizielle Lösung für die Verwendung von Windows XP auf Intel-Macs zur Verfügung stellt. Diese kommt ohne Hacks aus und überzeugt durch Apple-üblichen Komfort. Für manchen Anwender wird »Boot Camp« bei der Kaufentscheidung für einen Mac ausschlaggebend sein. Ist man auf eine Anwendung oder ein Spiel angewiesen, welches nur unter Windows zur Verfügung steht, ist »Boot Camp« eine sehr gute Möglichkeit.

Wir sind jedoch froh, als wir unseren Mac wieder in Mac OS X starten. Back home!

Artikel anderer Medien zu »Boot Camp«:
N E U  arstechnica.com: Heading off to Boot Camp
tagesschau.de: Ein Mac fühlt sich trotz Windows an wie ein Mac
tagesschau.de: Mit Windows in die Apfelwelt locken
macfixit.com: Boot Camp: Questions and Answers; Troubleshooting issues; Benchmarks; more
spiegel.de: Der Tag danach
mactechnews.de: Apples Boot Camp – Testbericht
arstechnica.com: Apple unveils official support for booting Windows
macnn.com: Apple's Boot Camp a 'game changer'?
macnews.de: Apple: Mit Boot Camp Software aus zwei Jahrhunderten booten
spiegel.de: »Bloß keinen Windows-Support«