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Virtualisieren, Emulieren oder Campieren ... das ist hier die Frage

MacOSXP»Windows am Mac« ist seit den Intel-Macs in aller Munde. Bisher gab es halbseidene Versprechen, doch seit Apple selbst eine Software dazu vorgestellt hat, kommen von überall her Pressemitteilungen und Betaversionen von anderen Herstellern ans Tageslicht.

Hier sollen einmal die Unterschiede dargestellt werden zwischen den drei verschiedenen Darstellungsmöglichkeiten von Windows auf einem Mac.

Virtual PCEmulation
Diese Art ist wohl die schamloseste Art Windows auf einem Mac laufen zu lassen. Es ist sozusagen der Schwindler unter den Programmen, denn es gaukelt Windows einen PC nur vor. Das heißt Prozessor, Grafikkarte, Soundkarte etc. werden durch das Programm nur nachgeahmt, also emuliert, so daß Windows denkt, es wäre auf einem normalen PC installiert.

Dies bedeutet natürlich einen enormen Aufwand für das Emulationsprogramm, da es ja alle Anfragen von Windows abfangen und an den Mac übergeben muß. Genauso umgekehrt ... es muß die Eingaben des Mac in Windowssprache zurückübersetzen.
Damit ist eine Emulation immer langsamer als ein echter PC, außerdem laufen hardwarenahe, d. h. an spezielle Hardware gekoppelte, Windowsprogramme nicht. Ebensowenig wird man an aufwendig gemachten Spielen keine Freude haben.

Die Emulation lohnt sich eigentlich nur für den kleinen Bürojob zwischendurch oder falls man ein Programm benötigt, welches es auf dem Mac nicht gibt (ja ... sowas solls noch geben), z. B. eine bestimmte Finanzsoftware etc.

Ebenfalls ein Vorteil dieser Art Software ist, daß der Wirtsrechner (also der Mac) nicht zwingend die selbe Hardwarearchitektur haben muß, will heißen, ein intelbasierendes Betriebssystem kann auf einem PowerPC basierdenden Betriebssystem emuliert werden.

Das Programm, daß am bekanntesten ist, welches Windows auf den Mac bringt, ist sicherlich VirtualPC .

ParallelsVirtualisierung
Eigentlich ist dies der Oberbegriff sämtlicher Methoden, ein Gastsystem auf einem Wirtsrechner zu betreiben. Dennoch wird er nun, wohl wegen der Unterscheidung zur Emulation, gerne für eine gänzlich andere Art der Technik benutzt.

Bei der Virtualisierung wird der Hardwareunterbau, also Prozessor, Grafikkarte, Soundsystem etc.  des Wirtsrechner benutzt, d.h. es muß nichts nachgeahmt werden was ja schon im Rechner vorhanden ist. Somit ist diese Technik wesentlich schneller als die Emulation, wenn auch noch nicht ganz so schnell und hardwarekompatibel wie ein PC.

Diese Lösung bedarf natürlich eines IntelMacs, da hier die selben Komponenten verbaut werden, wie sie auch in einem handelsüblichen PC vorhanden sind.

Windowsprogramme können somit, in dieser Virtualisierungsumgebung, fast in Echtzeit ausgeführt werden.
Spiele könnten hier schon besser laufen.

Hier ist natürlich im Moment das Programm Parallels zu nennen, daß für Furore sorgt.


BootCampBooten
Dies ist natürlich die radikalste Methode. Einfach Windows auf eine seperate Partition der Festplatte aufspielen und damit neu starten.

Hierbei werden alle Geschwindigkeitsvorteile ausgeschöpft...der Mac hat sich zu einem, zumindest äußerlich sehr schönen, PC gewandelt.
Damit laufen auch Spiele in anständiger Qualität. Was auch wirklich der einzige Grund wäre, den Mac so zu starten, denn Zugriff auf Mac OS X ist erst wieder nach einem Neustart möglich.

Das heißt auch, startet der Mac mit Windows, so verhält er sich auch wie ein Windowsrechner mit allen Gefahren und Abstürzen.
Möglich ist dies natürlich nur mit Intel-Macs, da ja die ganze Hardware gebraucht wird.

Boot Camp ist hier im Moment das Programm der Wahl. Es ist eigentlich nur ein Assistent, der Sie ganz einfach durch die ganze Prozedur führt.
Außerdem ist dies erstmal eine zeitlich begrenzte Betaversion! In 10.5 Leopard wird die erste Version integriert sein. Ob es auch eine seperate Version für 10.4 Tiger Benutzer gibt, steht noch in den Sternen.


Fazit
Wer neidisch auf einige Spiele der Windowsfraktion schaut, hat nun die Möglichkeit über Boot Camp eine eigene Partition für Windows zu erstellen und als Spieleplattform zu benutzen.
Für Büroanwendungen oder Programme, die es nicht in einer Macversion gibt, sind die beiden anderen Alternativen die Mittel der Wahl, je nachdem, ob man einen PowerPC (z. B. VirtualPC ) oder IntelMac (z. B. Parallels ) sein Eigen nennt.
Geschwindigkeitsrekorde darf man von der PowerPC Variante nicht erwarten.

Bitte beachten Sie auch, dass Boot Camp sowie Parallels Betaversionen und mit Vorsicht zu geniesen sind!


Links zu anderen PC Emulatoren/Virtualisierern
Q Emulator – freier PC Emulator
WinTel Emulator – PC Emulator/Virtualisierer; funktioniert unter PowerPC & IntelMac
GuestPC – kostenpflichtige Software, die sich des o.a. Q Emulators bedient


Emulatoren für andere Betriebssysteme
SheepShaver – Mac OS 8/9 Emulator ; evtl. die einzige Alternative für IntelMacs MacOS 8/9 zu starten
Einstein – Newton Emulator; die Mutter aller Palms
Sixtyforce – Nintendo64 Emulator; wer gerne mal wieder in Nostalgie schwelgen möchte
Power64 – das darf natürlich in einer Emulatorsammlung nicht fehlen! Der Commodore64!